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Angst

So, Heute m?chte ich einmal einen Eintrag ?ber die Angst verfassen. Ein nettes Thema..
Beginnen sollte das ganze mit einem Leitspruch, der mir pers?nlich sehr gut gef?llt, da er nur wahr ist, und eher ?ngstlichen Menschen helfen kann.


?Angst hat man nicht davor was man sieht, sondern davor was man denkt?


Zu erst m?chte ich meine Deutung dieses Satzes preisgeben, obwohl sie eigentlich ziemlich klar ist. Dinge die wir zu sehen verm?gen, sind gegenw?rtig, sie bestehen aus Materie und sind greifbar. Vor sichtbarem k?nnen wir keine Angst haben. Es ist zu sp?t, etwas wie Angst entsteht gar nicht mehr. Vor allem, was wir uns denken, d.h. im Kopf vorstellen, k?nnen wir Angst empfinden. Bloss ist es dann nicht real. Die Vorstellung davon kann zwar echt sein, wurde aber durch Fantasie, durch Vorstellungskraft erschaffen, und nicht als von den Sinnen wahrgenommenes Bild ins Gehirn geleitet. Das bedeutet, wir k?nnen nur von etwas in der Vergangenheit oder Zukunft liegendem Angst haben. Oft ist es so, dass fantasievolle Menschen mehr Angst empfinden als andere, logischerweise weil ihre Vorstellungen viel farbiger, ausgeschm?ckter und schlimmer sind, als diejenigen von fantasielosen.


Ein Beispiel: Ein junges M?dchen l?uft Freitagnacht alleine durch die Stadt. Sie sieht seltsame Gestalten die torkeln und unverst?ndliche Wortlaute johlen. Sie empfindet Angst. Nun, sie hat keine Angst vor den Menschen selbst, sondern davor, was sie sich denkt, was passieren k?nnte. Dabei wird sie vermutlich an irgendwelche Gr?ueltaten oder Verbrechen denken, welche ihr durch die Gestalten zugef?gt werden k?nnen.


Wozu Angst?

Meiner Meinung nach dient die Angst dazu, unsere Sinne zu sch?rfen. Sie ist sicherlich notwendig und n?tzlich, aber nicht immer. Wir ben?tigen die Angst, um im richtigen (oder eben nicht ) Moment einen Adrenalinschub vom Gehirn zu bekommen. Ein grosses Problem dabei ist nat?rlich, dass der Mensch sich seiner Angst nicht immer bewusst ist, und sich deshalb von ihr leiten lassen kann. Dann wird es kompliziert. Einem Menschen, der glaubt, bei einer Sache keine Angst zu empfinden klar zu machen, dass er Angst hat, ist ?usserst schwer. Denn der Betroffene ist so stark von diesem Gef?hl gefangen genommen worden, dass es ihm gar nicht klar ist, dass er es ist.

Dazu zwei Beispiele (sind aus dem Leben gegriffen, nat?rlich ohne Namenserw?hnungen):

1.) Eine Person, die eine schlimme Vergangenheit erlebt hat, und diese, weil sie sich nicht anders zu helfen wusste, verdr?ngt hat. Sie befindet sich auf der Flucht vor diesem Ereignis, und l?uft vor ihrem Erlebten davon. Manchmal, wenn sie nicht mehr rennen kann, da ihre Energie aufgebraucht ist, wird sie eingeholt, und das Erlebnis wird im Kopf nochmals abgespielt, d.h. sie denkt daran. Der Mensch ist sich meist nicht bewusst, dass er davon l?uft, er fragt sich zwar, warum gerade jetzt diese Gedanken wieder hervorkommen, aber darauf zu kommen, dass es ist, weil er nicht mehr laufen mag, kommt er h?ufig nicht. Ohne ein Bewusstsein, warum man l?uft, n?mlich weil man Angst davor hat, sich zu stellen, ist es sehr schwierig, sich dar?ber klar zu werden, dass man Angst hat.

2.) In der Schweiz war letztens eine Abstimmung ?ber die Personenfreiz?gigkeit. Zur Erl?uterung: Es wird abgestimmt ob ein Vertrag mit den neuen EU-Staaten (mit den alten war er bereits vorhanden) abgeschlossen werden soll, der haupts?chlich das Thema freier Personenverkehr beinhaltet. Dies bedeuted, das Mitglieder der EU-L?nder sich innerhalb der Mitgliedsstaaten frei bewegen d?rfen, ebenso wurden Aufenthalt, Recht auf Daueraufenthalt und Beschr?nkegungen dieser M?glichkeiten festgelegt. Lange Rede, kurzer Sinn, viele Schweizerinnen und Schweizer glaubten an eine ?berflutung der Schweiz mit Ausl?ndern, da Arbeitskr?fte (unabh?ngig davon ob qualifizierte Arbeitskr?fte oder Hilfsarbeiter) im Ausland meist weniger Lohn verlangen, als schweizerische. Hier erkennt man deutlich eine Angst. Angst davor, was mit der Schweiz passieren k?nnte. Nur waren diese Leute sich ihrer Angst nicht bewusst, und liessen sich von ihr leiten, sodass sie alle Nachteile, die bei einer Ablehnung der Erweiterung der Personenfreiz?gigkeit entstehen w?rden (und diese waren teilweise gravierend und ?berhaupt nicht zu vernachl?ssigen), nicht bewerteten und ihre Meinung ohne sich gross ?ber das Thema selbst zu informieren feststand.


Ist Angst besiegbar?

Ihr kennt das sicher, man empfindet Angst, obwohl man gar nicht will. Beispielsweise sieht man eine(n) attraktive(n) Frau/Mann, den man gerne ansprechen m?chte, bloss traut man sich nicht, es zu tun. Jetzt hindert die Angst einen daran, etwas zu erledigen, was man eigentlich m?chte. Sie st?rt. Aber Angst ist ?berwindbar. Wenn man sich seiner Angst bewusst ist, weiss, dass es die Angst ist, die hindert, etwas zu tun, und sich ebenso bewusst ist, dass sie nur durch die Gedanken verursacht wird, kann man sie besiegen. Das Gef?hl danach ist unglaublich befreiend, es macht Stolz, sich selber ?berwunden zu haben und es st?rkt das Selbstbewusstsein.

Ich w?rde sagen, jede Angst ist ?berwindbar, egal ob es vom Menschen selbst erreicht wird, oder durch eine Therapie (dabei denke ich an H?henangst oder Phobien) eines Anderen. Angst ist immer Kopfsache, und wenn der Wille dazu da ist, kann ein jeder mit erhobenem Haupt aus dem bitteren Kampf hervorgehen.


Ist Angst nun positiv oder negativ?

Eine gute Frage, denn eine Antwort darauf zu geben, ist schwer. Ob sie gut oder schlecht ist, ist nat?rlich Definitionssache. Schlecht ist sie, weil sie den Menschen gefangen nehmen kann, und weil sie sich hinterlistig einschleicht, manchmal, ohne dass man sie bemerkt. Gut ist sie, weil sie und vorsichtig werden l?sst, sie l?sst uns ?berlegen, bevor wir etwas tun.

F?r mich pers?nlich ist Angst etwas positives, aber mit einem nicht zu untersch?tzenden Gefahrenpotential verbunden.


So, dass wars wieder.. Irgendwie erm?det es mich total, meine Gedanken in Worte zu formulieren. Und ich mag den Text nicht nochmals durchlesen ^^

Wie bereits gesagt, falls Logikfehler oder orthographische Fehler auftauchen sollten, schreibt mir doch bitte, damit ich sie korrigieren kann..

Bis zum n?chsten Eintrag,

Blackice
12.10.05 17:23
 


bisher 9 Kommentar(e)     TrackBack-URL


dackelblut (15.10.05 12:33)
guter text

aber dass wir angst nur vor etwasem was in der Vergangenheit oder Zukunft liegt haben können würd ich nicht so definieren, vor bestimmten dingen hat der mensch schon von geburt an angst würde ich sagen, und dann ist die angst für mich etwas wie instinkt, etwas was ohne denken abläuft. wie wenn du einer strasse nachläufst und auf einmal vor einer klippe stehst und beinahe runterfällst.

imho *g*

gruasss


hugo / Website (15.10.05 13:16)
spanndender kommentar..

nun, angst würde ich nicht als instinkt definieren, denn instinkte sind ja bei jedem wesen derselben art vorhanden, nur nicht unbedingt gleich stark ausgeprägt.. d.h. der mensch kann seine instinkte bis zu einem bestimmten punkt beherschen, verändern..

angst ist mehr auf einer anderen bewusstseinsebene, die wir nicht immer wahrnehmen können..

dass ein mensch bei gewissen dingen von geburt her angst haben soll, denke ich nicht. ganz einfach deswegen, weil der mensch sich in frühen stadien, bei denen sich das denken noch entwickelt, vieler dinge gar nicht bewusst ist.

ich meine, nimm ein baby, und halte ihm ein messer an die kehle.. es wird keine angst zeigen, da es gar nicht weiss, was es bedeutet.. für mich kommt die angst erst mit dem denken.. wenn du weisst, dass das messer dich verletzen kann, entwickelst du respekt und angst davor..

oder, wenn du einem kleinkind einen goldenen schuss setzen würdest.. denkst du, es würde angst empfinden? nein, denn es weiss nicht, was eine droge bewirken kann.. allerhöchstens vor der nadel könnte es angst empfinden, da es in seinem leben auch schon impfungen bekommen hat, und weiss, dass es schmerzen bereitet..


hugo / Website (15.10.05 13:30)
mhm, das baby wird dabei vermutlich entscheiden, ob es die person kennt oder nicht.. wenn es die eigene mutter wäre (die sich in der vergangenheit gut gekümmert hat!), würde es keine angst empfinden, sondern nicht begreifen was da läuft. wenn es ein fremder wäre, in diesem fall ein mörder, würde es entscheiden wie er es behandelt.. vorsichtig werden würde es, da es ihn nicht kennt.. aber babys sind ja nicht so voreingenommen, dass sie jeden fremden gleich als gefahr ansehen..

hmh.. angst vor grosser höhe.. wie gesagt, ich glaube nicht, dass es von geburt an einprogrammiert ist, angst vor höhe zu empfinden.. denn wer nie gefallen ist, kann ja auch nicht wissen, dass es schmerzen bereitet, zu fallen.. ich denke dabei an michael jackson, mit seinem baby, welches er über das balkongeländer gehalten hat.. wenn es angst empfunden hätte, hätte es wohl zu weinen begonnen, oder sich zu befreien versucht..

nichts dergleichen, denn es begreift gar nicht, was passiert.. klar, sobald ein mensch das erste mal gestürzt ist, weiss er, dass es weh tun kann, wenn man fällt, und man entwickelt angst vor höhe..


hugo / Website (15.10.05 13:33)
was ich noch vergessen habe..

gerade bei der höhe.. warum empfinden wir denn angst? weil wir wissen, fallen schmerzt oder bringt uns den tod, je nach dem..

also empfinden wir angst, weil wir denken, was passieren könnte, und damit sind wir wieder beim anfang ^^


dackelblut (15.10.05 13:36)
das mit dem baby stimmt, aber ich bin mir nicht sicher ob es keine angst hätte, also beim messer warscheindlich nicht, ausser es ist wirklich einer der es töten will, ich denke es würde schon weinen, weniger wegen dem messer als wegen dem mann

aber ich denke doch das angst vor grosser höhe schon vorhanden ist, etwas das nicht auf erfahrung beruht, und wegen der vorstellung der bedrohung kann ich nicht sagen, weiss auch nicht ob es angst ist, wenn man einen adrenalinschub bekommt weil man völlig unerwartet irgendwo runterfällt .

gruzz


dackelblut (15.10.05 13:42)
und woher wissen wir das? ^^


hugo / Website (15.10.05 13:45)
verfluchter datenbank fehler.. danke myblog.de, dass ihr die kommentare durcheinander gebracht habt! ^^

zur orientierung, für alle diejenigen, die sich fragen, wie diese diskussion zustande gekommen ist..

1.) Kommentar Nr.1 dackelblut (15.10.05 12:33)
2.) Kommentar Nr. 2 hugo (15.10.05 13:16)
3.) Kommentar Nr.5 dackelblut (15.10.05 13:36)
4.) Kommentar Nr.3 & 4 von hugo
5.) Kommentar Nr. 6 dackelblut (15.10.05 13:37)


hugo / Website (15.10.05 13:48)
mhm, woher wir das wissen ?

tjoa.. ich machs genau gleich, wie wenn ich meine artikel schreibe..

sich in die situation versetzen, die eigene, die von anderen, und sich vorstellen wie es ablaufen könnte.. das gibt mir ein genaues bild davon, natürlich kann es falsch sein, aber es scheint mir das wahrscheinlichste zu sein.. natürlich, für eine 100%ige richtigkeit müsste man studien mit riesen aufwand betreiben, aber das... naja, brauche wohl nicht weiter zu schreiben, oder? :D


A.S.J / Website (27.10.05 17:18)
In letzter Zeit habe ich oft Angst....
Angst vor Gewitter,
Angst vor Alpträumen,
Angst vor Medikamente,
Angst vor dem Tod und das man einfach weg ist....

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